Funktionelle Anatomie des Menschen



Geschlechtsorgane der Frau

Die inneren weiblichen
Geschlechtsorgane sind Eierstock (Ovarium), Eileiter (Tuba uterina), Gebärmutter (Uterus) und Scheide (Vagina), die sich alle im Beckenbereich befinden. Die äußeren weiblichen Genitalorgane bestehen aus den großen Schamlippen (Labia majora), dem Kitzler (Clitoris), den kleinen Schamlippen (Labia minora), dem von ihnen eingeschlossenen Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) mit den hier mündenden Drüsen und der äußeren Öffnung der weiblichen Harnröhre (Urethra). Vulva (Pudendum femininum) bezeichnet die Gesamtheit der äußeren Geschlechtsorgane einer Frau.
Die Gebärmutter ist das weibliche Geschlechtsorgan, in welchem die befruchteten Eizellen vor der Geburt zu einem Embryo bzw. Fetus heranreifen.
Die Scheide ist ein etwa 10 cm langer Schlauch welcher den Penis beim Geschlechtsverkehr aufnimmt, durch den das Kindbei der Entbindung nach außen gelangt.

Längsschnitt durch Beckenorgane und Geschlechtsorgane der FrauGräfenberg-Zone, G-Punkt, eine erogene Zone der Vagina

Längsschnitt durch die Beckenorgane und Geschlechtsorgane der Frau; Gräfenberg-Zone, G-Punkt, eine erogene Zone der Vagina

Das mandelförmige Ovar liegt intraperitoneal, ist allgemein 3 bis 5 cm lang und hat eine Dicke von 0,5 bis 1 cm. Es wird durch mehrere Haltebänder schräg am Beckeneingang fixiert. In diesem Organ erfolgt die Reifung und Bereitstellung der Eizellen, die in der Zeit zwischen dem Eintritt der Geschlechtsreife (Menarche) und dem Klimakterium durch den monatlichen Eisprung (Ovulation) ausgestoßen werden. Dabei erreicht ein Tertiärfollikel oder Bläschenfollikel (Graaf-Follikel) die Oberfläche des Ovars und platzt (Eisprung). Die Fransen (Fimbriae) des Eileiters umgreifen den Eierstock an der Stelle, wo wo der Eisprung stattfindet, um das ausgestoßene Ei aufzunehmen. Der Flimmerstrom und der Sog im Eileiter bewirken die Weiterleitung in Richtung Uterus.
Der Eisprung selbst dauert 3 bis 5 Minuten. Normalerweise erreicht die Eizelle zunächst die Ampulle des Eileiters, wo die mögliche Befruchtung stattfindet. Eine Eizelle soll nur 6 bis 24 Stunden befruchtungsfähig sein, während für Spermien im Eileiter 2 bis 4 Tage angegeben werden. In Ausnahmefällen kann der Aufnahmemechanismus in den Eileiter unterbleiben, so dass es bei einer Befruchtung zur Bauchhöhlenschwangerschaft (Extrauteringravidität) kommt. Die meisten Bauchhöhlenschwangerschaften entwickeln keinen Fötus. Die häufigste Extrauterinschwangerschaft ist die Eileiterschwangerschaft.
Der Restteil des geplatzten Follikels wird im Eierstock zum Gelbkörper (Corpus luteum) und gibt die Gelbkörperhormone (Progesteron) ab, während vor der Ovulation im Ovar die Bildung von Follikelhormonen (Estrogene) erfolgt. Diesen zweiphasigen ovariellen Zyklus von etwa 28 Tagen reguliert der Hypothalamus mit Steuerhormonen, die auf die Hypophyse wirken. Diese regt in der ersten Zyklushälfte mit ihrem follikelstimulierenden Hormon (FSH) das Ovar zur Produktion der der Follikelhormone an.
Das FSH, auch Follitropin, ist ein Glykoprotein und Sexualhormon (Gonadotropin), das bei beiden Geschlechtern in der Adenohypophyse (Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse) gebildet wird. In der zweiten Phase bewirkt das luteinisierende Hormon (LH) der Hypophyse die Umwandlung des frischen entleerten Follikels in den Gelbkörper, der Progesteron bildet. Gebildet wird das LH im Hypophysenvorderlappen nach Stimulation durch das Releasing-Hormon Gonadoliberin (GnRH).
Die Gebärmutter bereitet mit ihrer Schleimhautveränderung während des Zyklus die Einnistung des Keimes vor und dient als Fruchthalter in der Schwangerschaft. Die Schwangerschaft nennt man Endometrium, die Muskulatur Myometrium und den Peritonealüberzug Perimetrium.

Schnittdarstellung Scheide und Gebärmutter mit Eileiter und EierstöckeVulva erregt mit Kitzler und UterusKlitoris, ein aus Schwellkörpergewebe bestehendes Lustorgan der Frau

Schnittdarstellung Scheide und Gebärmutter mit Eileiter und Eierstöcke, Eireifung und Follikelsprung; Vulva erregt mit Kitzler und Uterus; Klitoris, ein aus Schwellkörpergewebe bestehendes Lustorgan der Frau

Die
Vagina besteht aus einer häutig-muskulösen Wand, sie wird bei sexueller Erregung durch wässrige Transsudation aus dem Epithel befeuchtet, was man Lubrikation nennt. Die Bartholinschen Drüsen, welche bei Erregung ein schleimhaltiges Sekret absondern, münden in den Scheidenvorhof und befeuchten ihn. Das Vaginalsekret ist unter Einfluss des Sexualhormons Östrogen und einer speziellen Keimflora (Döderlein-Bakterien) sauer (pH-Wert 4 bis 4,5) und dient dem Schutz gegen aufsteigende Infektionen des weiblichen Genitaltraktes. Jede Störung dieses Vaginalmilieus steigert die Anfälligkeit gegen Infektionen und mechanische Reize. Es kann zu einer Scheidenentzündung (Kolpitis) mit Ausfluss (Fluor vaginalis) kommen. Bei der Geburt wird die Vagina zum Geburtskanal für das Neugeborene.

Gebärmutter Scheide Vulva der FrauUterus mit Eileiter Eierstock und Vagina

Geschlechtsorgane Gebärmutter Scheide Vulva der Frau; Uterus mit Eileiter Eierstock und Vagina

Der (Klitoris, Clitoris) der Frau ist ein aus Schwellkörpergewebe gebildeter Teil des weiblichen Genitals, der weiblichen Scham, das entwicklungsgeschichtlich dem Penis des Mannes entspricht. Die Klitoris ist ein erektiles Organ am oberen Ende der kleinen Schamlippen (Labia minora pudendi).
Bei der Gräfenberg-Zone, auch G-Zone sowie G-Punkt oder G-Spot, handelt es sich um eine erogene Zone in der Vagina. Bei manchen Frauen soll ihre Stimulation sehr schnell zu einem Orgasmus führen, andere empfinden diese jedoch als wenig oder nicht erregend. Die Zone liegt etwa 3 bis 5 cm vom Scheideneingang entfernt an der Vorderwand der Scheide, zur Bauchdecke hin, unmittelbar hinter dem Schambein. Sie ist etwa 2 cm im Durchmesser. Ein Merkmal des G-Punktes ist, dass sich das Gewebe an dieser Stelle rauh, gerippt oder fester anfühlt, während die übrige Scheidenwand glatt ist.
Das äußere Genitale beginnt in Höhe der Symphyse mit dem oberhalb der Schamspalte (Rima pudendi) liegenden Schamberg (Mons pubis). Nach unten und seitlich folgen die großen Schamlippen. Innen begrenzen die kleinen Schamlippen mit ihrer Innenfläche den Scheidenvorhof. Hier mündet wenig unterhalb der Klitoris (Kitzler) die weibliche Harnröhre in den Scheidenvorhof.

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