(1) Zytologie und Histologie, (2) Herz-Kreislauf-System, (3) Blut und Blutbildungsorgane, (4) Respiratorisches System, (5) Nervensystem, (6) Verdauungssystem und Stoffwechsel, (7) Urogenitalsystem, (8) Hormonsystem, (9) Immunsystem, (10) Lymphatisches System, (11) Skelettsystem, (12) Muskulatur, (13) Sinnesorgane, (14) Haut mit Hautanhangsgebilde, Brust, (15) Fortpflanzung und Geburt
Verdauungssystem und Stoffwechsel
Als Verdauungssystem (Systema digestivum) werden alle Verdauungsorgane im Verdauungsapparat (Apparatus digestorius) bezeichnet. Als Verdauungstrakt (Verdauungskanal, Canalis alimentarius) werden die Organe zusammengefasst, die der Aufnahme, der Zerkleinerung und dem Weitertransport der Nahrung des Menschen dienen, um die Nahrung letztlich zu verdauen und die darin enthaltenen Nährstoffe für den Körper aufzubereiten und verwertbar zu machen.



Ansichten Mund, die Öffnung des menschlichen Verdauungstraktes; Übersicht der Organe im Verdauungstrakt, Peristaltik in Speiseröhre, Motorik Pendelbewegung, Segmentierung und Peristaltik im Darm; Übersicht Magen-Darm-Trakt
Der Verdauungstrakt besteht aus der Mundhöhle (Systema digestivum), dem Rachen (Pharynx), der Speiseröhre (Oesophagus), dem Magen (Gaster, Ventriculus) und dem Darm (Intestinum) mit seinen Abschnitten Dünndarm (Intestinum tenue), Dickdarm (Intestinum crassum) sowie dem Enddarm. Der größte Teil des Verdauungstrakts ist der Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinaltrakt).
Weitere Verdauungsorgane sind die Leber (Hepar), das zentrale Organ des Stoffwechsels und die größte Drüse des Körpers, mit den Gallenwegen, sowie die Bauchspeicheldrüse (Pankreas), ein Drüsenorgan des Menschen, das Verdauungsenzyme und Hormone produziert.



Magen mit Speiseröhre, Arterien, Nerven, Magenkörper von vorn eröffnet; Übersicht Organe im Bauchraum; Einspritzung Pankreassaft in Zwölffingerdarm
Der Zwölffingerdarm (Duodenum), der erste Abschnitt des Dünndarms, leistet wichtige Verdauungsarbeit und stellt Hormone und andere Botenstoffe zur Verfügung. Er umrandet den Kopf der Bauchspeicheldrüse. In das Duodenum münden der Gallengang sowie der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse.
Der Dünndarm (Intestinum tenue) zwischen Magenausgang (Pylorus) und Dickdarmklappe (Valva ileocaecalis, Bauhin-Klappe) dient vor allem der Resorption von über die Nahrung aufgenommenen Substanzen und Wasser. Er lässt sich in drei Abschnitte einteilen, in Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum). Der Darmabschnitt von Dickdarm (Colon) und Mastdarm (Rektum) folgt dem Dünndarm. Neben der Resorption von Spaltprodukten und Wasser wird Schleim abgesondert. Im Gegensatz zu der gleichmäßigeren Peristaltik des Dünndarmes, wird der Inhalt des Dickdarms durch periodische Massenbewegungen angetrieben und treiben den Darminhalt zum Rektum.



Lumen Dünndarm (Jejunum); Lumen Dünndarm (Ileum); Lumen Dickdarm (Colon)
Die Verdauung ist ein komplexer Prozess, der Nahrung mechanisch durch Kauen und Muskelbewegungen sowie chemisch durch Enzyme und Säuren in verwertbare Nährstoffe zerlegt. Die Verdauung dauert meist 24 bis 72 Stunden, sie beginnt im Mund und verläuft über Magen, Dünndarm (Nährstoffaufnahme) und Dickdarm (Flüssigkeitsentzug). Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeitseinnahme und körperliche Bewegung fördern diesen Vorgang.
Der Verdauungsprozess beginnt in Mund und Speiseröhre, gründliches Kauen und Speichelenzyme (Amylase) starten den Abbau. Im Magen wird der Nahrungsbrei mittels Magensaft (Säure, Enzyme) zersetzt, dabei werden Bakterien agetötet. Die Verweildauer beträgt c.a. 1 bis 7 Stunden. Der Dünndarm mit seinen Darmabschnitten Zwölffingerdarm, Jejunum und Ileum ist der Hauptort der Verdauung, Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse und Gallenflüssigkeit aus der Leber spalten Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate auf, die Nährstoffe gelangen in das Blut. Im Dickdarm werden dem Nahrungsbrei Wasser und Elektrolyte entzogen, der entstandene Stuhl wird eingedickt. Der Enddarm ist für die Ausscheidung unverdaulicher Reste zuständig.
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